beschreibung einer figur im museum

eingeklemmt zwischen den eigenen
schultern sie sind
ungleich angstgezogen
die arme hängen dagegen an
sind mit den jahren immer länger,
ausgeleierte leblose baumel geworden

im gesicht der figur
hat sich ein strichlächeln gebildet
die mundwinkel steif an den seiten fixiert
als würden unsichtbare reißzwecken verhindern
dass die figur mit mir spricht

zerschnipple
vor dem schrank
die röcke in frittatenfransen
es liegt alles unlogisch verstreut
es haust
ich nackedei
perse
fliege nicht mehr aus
der boden ist nicht tuschend genug
für den sprung
offen gesagt, mache ich schon im bett kehrt
an der decke grassiert es
bist du noch verarbeitet in der küche seit gestern hast du überhaupt geschlafen
es ist neun zehn elf
der tag rumst
die mode haust

du bleibst im dunkeln
ich beginne mit dem ordnen
mag noch nicht den schrank schließen
er riecht nach mottenkugeln
das gefällt dir doch, oder?
kannst du mich heute noch loswerden?
ich warte darauf
mir wächst eine uhr auf dem handgelenk

Die Luft brüht
Ich schwelge im Flair,
dem Italienischen, leichtes
Salz im Haar, auch
ohne Meer

im Stiefelinnern
schunkel ich
in einen lederhäutigen Rausch

the air is brewed
i revel in this
italian flair, a dash
of salt in hair, even
without sea

inside the boot
i sway in
leathery ectasy

matsche mir vorstellungen
ins hirn
zum mittagessen
zerdrückt mit gabelrücken
plastikgabel
im plastikteller
dreigeteilt
einmal fleisch
einmal reis
einmal gesund
gemüs oder so
unkenntlich
sitzen da fest in ihrem abteil
da ruckelt‘s nicht
die fahren nicht aus
die bleiben verharrt
im plastikkarren
auf dem tisch
die hoffnung
weggeknickt
die gabel zerbricht
herrje
das plastik
wiederbelebung
failt
krückstock
finger
streck ich finger aus
in den reis
hieve körnchen zum mund
in großer müh
eine nahrungsaufnahme
kleine kornflüchtlinge fallen
sie
mir durch die hand
wieder runter
der schoß
bereist
wisch ich die jetzt
aber schnell weg

schürfe mich aus
mit der kelle
auf goldsuche
goldene zunge
aufgelassen
rollt sich ein
schneckig
im mundhaus
nach hinten
der gaumen
nackt
die schnecke
schmeckt
salzig
tranig vielleicht
ein lebenstran im maul
zieht sich hin zum hals
runter
schluck
lang ich mit
der kelle durch die höhle
in die röhre
zum magen hin
will den tran finden
aber er trocknet
an der magenwand an
die schleimhaut bedrüftig
lechzt
ich schürfe sie ab
magenwand
inwendig vertieft
in mich selbst
auf der suche
nach gold
golden times
glory
hole
fällt es irgendwann eh
von selber wieder raus

windchen
wirbel um mich selbst
im rock
seidenversuch
der morgen drückt
mir auf die brust
so schwer
dass ich mich dreh
mich entwenden
abwenden will
vom druck
einen drückeberger machen
aber nein
schulbank
quetsch mich aus
radier ich mich
bis nichts mehr
leerer rock
ich verschwund
bleibt seidenschorf zurück

ein traum zerrinnt mir wie ein
ei
über dem frühstückstisch
dotterndes tuch
tropft
mir in den morgenschoß
fleckt sich dicht an mich
schab ich mit den fingern
traumreste aus
diesem eitrigen kleb